Mietkauf als günstige Immobilienfinanzierung

Neben dem Kauf einer Immobilie und dem Mieten einer Wohnung oder eines Hauses gibt es noch eine dritte Variante, auf welche Art man in Deutschland wohnen kann bzw. eine Wohnung finanzieren kann, nämlich der so genannte Mietkauf. Auch das Leasing wird mitunter als Mietkauf bezeichnet, da die Nutzung des Objektes zum Teil zur Miete und zum Teil auch durch eine Eigentumsübertragung geschieht. Dennoch ist der Mietkauf in der Praxis eher mit einem Kauf auf Raten zu vergleichen, zumal er in Deutschland fast ausschließlich im Zusammenhang mit einer Immobilie zum Tragen kommt. Etwas vereinfacht ausgedrückt, ohne näher auf die verschiedenen Varianten einzugehen, ist es beim Mietkauf so, dass ein Haus oder eine Wohnung zunächst gemietet werden, dem Mieter aber zugleich das Recht eingeräumt wird, das jeweilige Objekt innerhalb einer bestimmten Frist käuflich zu erwerben. Man kann sich den Mietkauf also so vorstellen, dass man zunächst in ein Haus zieht und dort zum Beispiel ein Jahr lang Miete zahlt, sich dann aber für den Kauf des Hauses entscheidet und somit Eigentümer wird.

Die bis dato gezahlte Miete wird übrigens meistens auf den Wert/Kaufpreis des Hauses angerechnet, sodass man die Mieter praktisch von Beginn an in die eigene Tasche gezahlt hat. Solche Mietkauf-Modelle gibt es selbstverständlich nicht nur in Deutschland, sondern auch im Ausland existiert diese Kombination aus Mieten und zum Eigentümer werden. Leider wird aber gerade bei Mietkauf-Modellen im Ausland häufiger von unseriösen Angeboten berichtet, weshalb man hier als Verbraucher besonders vorsichtig sein sollte. Angeboten werden beim Mietkauf im Ausland meistens Ferienwohnungen und/oder Ferienhäuser. Auch hier wird dem Verbraucher meistens zunächst ein mehrjähriges Mietrecht eingeräumt mit der anschließenden Option, das Haus bzw. die Wohnung kaufen zu können. Bei den unseriösen Angeboten wird dann aber zum Beispiel die gezahlte Miete nicht angerechnet oder noch dreister: Die Wohnung bzw. das Haus werden mehrfach verkauft.

Bei den unseriösen Angeboten gibt es diese „Abzocke“ auch im Hinblick auf die Gebühren bzw. Provisionen. Normalerweise ist es beim Mietkauf so, dass man zunächst eine ganz normale Provision an den Makler zahlt, falls man das Objekt über einen Makler bekommen hat. Wird dann später von dem Kaufrecht Gebrauch gemacht, fällt meistens keine weitere Provision mehr an oder aber die Maklerprovision, die dann für den Erwerb fällig wird, ist zumindest gegenüber der normalen Verkaufsprovision deutlich reduziert. Bei den unseriösen Angeboten, überwiegend zum Beispiel aus dem Ausland, wird dann beispielsweise die jeweils volle Provision berechnet. Man zahlt hier im Prinzip also doppelte Maklerprovisionen, wenn man überhaupt von einem „echten“ Makler als Vermittler sprechen kann, nämlich zunächst für die Vermittlung der Miete und anschließend noch einmal für den Kauf des Hauses. Generell sind nicht wenige Mietkauf-Modelle, sowohl im Inland als auch im Ausland, mitunter sehr undurchsichtig und nur schwer zu durchschauen, sodass man sich im Zweifelsfall zunächst von einem Anwalt oder Notar beraten lassen sollte, was den Vertrag betrifft.